Kolumbien 08.-23.09.2025

 
Teil 1: 9.9. Ankunft in der Cauca-Valley-Region

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Nach einem verspäteten Inlandsflug von Bogota nach Cali und 1 h Bustransfer erreichen wir am 9.9. kurz vor Mitternacht das ebenerdige Hotel Guadalajara de Buga. Frühmorgens höre ich im Bett die Vögel zwitschern. Ein wohltönender und dauerhafter Gesang gehört dem Südliche Hauszaunkönig, wie mir meine Handy-App MERLIN mitteilt. Frühstück gibt es draußen im Vogelparadies. Anmutige Rosttäubchen tänzeln am Boden, Brillensperlingspapageien und Gelbscheitelamazonen zeigen sich zunächst im Flug und später auf Gehölzen. Dort will auch eine kleine Spechtart, die sich als Rotkappenspecht erweist, bestimmt werden. Balzende Trauerkönigstyrannen (links) lassen die Hand zum Fotoapparat greifen, obwohl die Art im bebauten Gelände noch oft zu sehen sein wird. Wie soll man unter solchen Bedingungen ans Essen denken? Mein Kaffee wird kalt, ich schütte ihn auf die Wiese. Ein kleines Süppchen aus kolumbianischer Küche löffele ich sofort aus. Backwaren landen für später in der Handtasche. Der Kleinbus steht zur Abfahrt bereit.
Einen Vormittag lang beobachten wir in einem Feuchtgebiet, genauer in der Sonso-Lagune am Cauca-Fluss. Für lange Zeit soll es das einzige Feuchtgebiet bleiben, weshalb wir keine Art verpassen wollen. Doch zunächst sind es vor allem Landvögel. Meine Mitbeobachter fotografieren den ungewöhnlichen Common Potoo, einen Urutau-Tagschläfer, auch Klagetagschläfer genannt, den ich später noch etwas besser als heute aufs Foto bekomme. Dem Lanzettstrichel-Baumsteiger (rechts) folgen weitere Vertreter der Baumsteiger-Familie. Die kleine Bildauswahl verfolgt nicht das Ziel, seltene Arten zu zeigen. Eher versucht sie, den Bericht lebendiger machen.

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Den Bronzekiebitz (links) werden wir - auch überfliegend - noch öfters sehen. Direkt am Ufer finden wir einen Pirolverwandten, den Gelbbauchstärling. Neben anderen Watvögeln ist der Gelbschenkel (3. Bild) gut zu identifizieren. Von den Eisvögeln erleben wir den stattlichen Rotbrustfischer (rechts) sowie den deutlich kleineren Amazonasfischer nicht nur hier an der Lagune sondern beide auch in Reisfeldern am Ende unserer Kolumbien-Reise.
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Das Mittagessen wird eigens für unsere Gruppe am Fluss gekocht und idealerweise bringt uns ein Boot dorthin. So erhalten wir Einblicke in die Erwerbstätigkeit am Fluss (Sandgewinnung und -transport als Baustoff, linkes Bild) und können aus nächster Nähe Vögel beobachten wie hier die beiden Safranammern und den Mangrovenreiher. Mehrere Stunden am Nachmittag müssen wir leider auf der Autobahn warten wegen einer nicht angekündigten Sperrung durch indigene Gruppen, die damit - nicht zum ersten Mal - auf ihre Landrechte aufmerksam machen. In der Hängematten im Schatten abhängen wie der LKW-Fahrer (rechtes Bild) ist genial. Nach 4 Stunden Ungewissheit wird mit Einbruch der Dunkelheit die Sperrung aufgehoben. Gegen 22 Uhr erreichen wir das Hotel, wo wir drei Nächte bleiben werden. Obwohl wir nur einen halben Tag beobachten konnten, haben wir bereits 71 Vogelarten gesehen.