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Der lange Transfer vom Donaudelta in die Karpaten beginnt früh um 7 Uhr mit dem Schnellboot nach Mahmudia. Die anschließende Busfahrt unterbrechen wir an einer gut einsehbaren Lehmwand, wo wir auf gute Bedingungen hoffen, doch die meisten Bienenfresser (inks) gehen in Deckung. Einen weiteren Stopp vom Reiseleiter exzellent ausgewählten Stopp machen wir am Fuße des Klostergartens Calic-Dere, welchen wir nicht betreten (weil es regnet, als wir Zeit dafür hätten). Die Vogelwelt ist überraschend vielseitig: Uns begrüßt der erste von 3 Gelbspötter, übrigens die einzigen dieser Reise, gleich daneben hören wir einen Mittelspecht - passend zum buchenbetonte Mischwald in Hanglage, in welchem wir als Zielart den Zwergschnäpper suchen und kurz darauf finden (kein Foto). Daneben singt der auf Bild 2 abgebildete Waldlaubsänger. Im direkt anngrenzenden Offenland sind Wendehals und gleich 2 singende Turteltauben zu vernehmen, welch ein Arteninventar! Das Motto unserer Reise „Rumäniens Vielfalt“ ist hier gefühlt auf kleinstem Raum spürbar. Die Massenansammlung von Weinbergschnecken (Bild 3) am Wegesrand sind nicht nur dem einsetzenden Starkregen geschuldet.
Kurz vor dem Erreichen unseres Hotels in Braila wollen wir am Fuße des Macingebirges vor allem Greifvogelarten wie Adlerbussarden, Schrei- und Schlangenadlern und Kurzfangsperbern aufspüren. Nur letztgenannte Art sehen wir, denn wir müssen vor Gewitter mit Starkregen flüchten. Kein guter Moment, um Reptilien und besondere Schmetterlingsarten zu finden, wofür das Macingebirge auch bekannt ist. Am Folgetag wird die lange Busfahrt zu den Karpaten durch einen Stopp im strukturreichen Feuchtgebiet Balta Alba angenehm aufgelockert. Wo wir gerade noch Vögel beobachteten, treibt ein Hirte Rinder (rechts) auf die Wiese,... |
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doch die Gruppenbalz der bis zu 50 Brandgänsen (links) ist ohnehin zu Ende. In der Ferne landen nun ca. 80 Rosapelikane. Weiter vorn sehen wir durchs Spektiv Löffelenten, Löffler, Stelzenläufer und eine Uferschnepfe. Ehe wir in den Bus einsteigen überfliegt ein naher Schreiadler die Straße, wobei die weißen Marker am Flügel gut sichtbar sind.
Am Nachmittag geht die Fahrt hinauf in die Karpaten und ich halte mein Handy ans Fenster, da ich Eindrücke von Siebenbürgen (mittige Bilder) mit nach Hause nehmen möchte. Am nächsten Vormittag wandern wir durch das Piatra-Craiului-Gebirge (Königssteingebirge), ein aus jurassischem Kalkstein bestehender Teil der Süd-Karpaten. Zunächst erklingen die Gesänge dreier Zwergschnäpper, welche schwer bis gar nicht zu erblicken sind. Das rechte Bild zeigt lediglich deren Habitat. Meine Wunschzielart ist der Mauerläufer, doch wir finden ihn weder am Brutplatz vom Vorjahr noch anderswo. Wir begnügen uns mit Alpenseglern, Felsenschwalben und Gebirgsstelzen. |
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Für das Betreten der Klamm wird Eintritt verlangt, dennoch sind sehr viele Besucher zugegen, Wanderer, Mountainbiker und junge Leute, die Klettern lernen wollten. Reize hat auch die Vegetation (rechts). |
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Am Nachmittag haben wir die Möglichkeit, die Törzburg in Bran, besser bekannt als Dracula-Burg, zu besuchen (links). Hier ist der Besucherandrang immens. Mich interessiert auch das benachbarte Freilichtmuseum. Bild 14 zeigt eine intakte Vorrichtung zum Fang und zur Umsetzung wilder Bären, denn zwischen Menschenmassen könnten sie zu Problembären werden. Normalerweise leben Braunbären und Menschen in Rumänien friedlich nebeneinander. Auch ums Dorf herum (Bild 15), wo wir für drei Tage wohnen, gibt es Bären, die wir nicht sehen. Mit der Seilbahn geht es am Pfingstsonntag hoch hinauf in das Bucegi-Gebirge der Süd-Karpaten. |
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Auf etwa 2.000 Meter Höhe begegnen wir Bergpiepern. Die von uns gesuchte Balkan-Ohrenlerche sehen wir anfangs nur von oben fern unten im Tal. Bevor wir uns entschließen abzusteigen, kommt sie zum Glück zu uns hochgeflogen (Bild 18). Am Nachmittag besuchen wir am Fuße des Bucegi-Gebirges den Schlosspark Peles, die Sommerresidenz des rumänischen Königs Carol I (Bild 19). Wie bereits an der Unterkunft begegnen wir hier der Wasseramsel. Hier versorgen sie die für uns nicht sichtbare Nestjungen hinterm Wasserfall, das Durchfliegen ist immer wieder ein faszinierender Anblick. Mein Fotoapparat kommt erwartungsgemäß massiv an seine Grenzen. Diese Tatsache und manch anderes entgangene Foto schmälert nicht das Erlebnis der Reise, auf der es viel zu sehen, zu hören und zu lernen gab.
Die meisten Beobachtungen habe ich in Ergänzung zur analogen "Liste" auf der Meldeplattform "naturgucker" verortet. |