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Sieben Übernachtungen liegen hinter uns, die halbe Reisezeit ist vorbei. 240 Vogelarten stehen bereits auf der Gruppen-Liste als "gesehen". Heute beginnt der zweite Reiseteil. Es geht auf die Westseite der Anden durch Täler und Einschnitte in einzelnen Gebirgszügen. Auf dem Weg zur Araucana-Lodge, in welcher wir 7 Nächte verbringen werden, besuchen wir das 14 Kilometer östlich von Pereira gelegene Naturschutzgebiet Otún Quimbaya. Das 489 Hektar große Areal ist schwer zugänglich. Wir werden auf Jeeps verteilt und erschließen mit mehreren Stopps Teile der Wildnis am Bachlauf. Der Name der Sturzbachente (links) ist Programm. Das Weibchen schimmert rostbraun, während das Männchen ein schwarz-weißes Gefieder trägt. Letztes gilt auch für die Weißkopf-Wasseramsel, welche wir ebenda beobachten. Den Caucaguan (2. Bild) sehe ich, weil ich gerade im vorderen Jeep sitze.
Das dritte Bild zeigt eine große Nachtfalterart Rhescyntis hippodamia aus der Familie der Pfauenspinner am nächsten Morgen direkt vor der Araucana-Lodge. Die Kolumbiensittiche (rechts) fotografiere ich bereits am heutigen Ausflugsziel. Den kompletten Beobachtungstag verbringen wir am am Kilometer 18. Dort gibt es einen Hotspot für Vogelbeobachter "La Florida - Bosque de Las Aves" . Zwischen den Mahlzeiten beobachten wir Vögel im perfekten Habitatmosaik. |
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Mehrere Futterstellen ermöglichen Nahbeobachtungen.
Die Fotos zeigen v.l.n.r. Schwarzscheiteltangare, Gelbkopftangare, Eichelspecht und Flaggensylphe. Hier in "La Florida - Bosque de Las Aves"wimmelt es nicht nur von Vögeln, es gibt auch Übernachtungen.
Wenn ich ehrlich bin, wäre ich hier lieber 7 Nächte geblieben als in der Araucana-Lodge, ohne die Zimmer gesehen zu haben. "La Florida - Bosque de Las Aves" ist und bleibt für mich ein Sehnsuchtsort. |
Blutbürzelarassari (links) und Hochlandmotmot (2. Bild) erfreuen das Auge des Betrachters ebenso wie Bartvögel und andere bunte Vögel. Das farbenprächtige Männchen der Schwarzohr-Bunttangare (Multicolored Tanager), mit dem die Logde auf Plaketen wirbt, entdecken wir leider nicht.
Richtig spannend wird es am Nachmittag bei einem geführten Spaziergang in den nahen Wald unmittelbar hinter der Logde. Unter extrem günstigen Bedingungen sehen wir die endemische Kastanienwachtel (3. Bild), einen scheuen Regenwald-Bodenbewohner. Wir warten still, sehen dabei einen Agouti laufen und plötzlich erscheinen zwei Brauntinamus (rechts), an der Futterstelle. Obwohl die Tiere der Gestalt nach entfernt an ein Perlhuhn erinnern, gehört die Art systematisch nicht zu den Hühnervögeln sondern zu den Steißhühnern (Tinamidae) deren nächste Verwandten nach heutiger Auffassung die Laufvögel wie Strauße und Kiwis sind. |